Werdegang

Woher? Wohin? Was ist zwischendrin?

 

Auf dem Foto steht meine Urgrossmutter in Spreewälder Tracht vor dem Berliner Reichstag, Ende der Zwanziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Ich wurde in Westberlin geboren, kurz nachdem meine Eltern aus der DDR geflüchtet waren.

Frühe Berufswünsche waren: Lehrerin, Astronomin, Schriftstellerin, Sängerin – wobei mir eigentlich nur das Lehramt ein richtiger = nützlicher Beruf zu sein schien.

Nach dem Abitur nahm ich ein Medizinstudium auf und brach es nach vier Jahren ab. Erfahrungen im Krankenhaus hatten mich erschüttert und ich konnte meinen Platz unter den Ärzten nicht sehen.

Es folgten einige Jahre der Suche und des Ausprobierens, vor allem im Bereich Musik und Theater.

In der Sprachgestaltung fand ich eine Art und Weise, mit Sprache und Dichtung umzugehen, die meinen Neigungen entsprach und mir auch die Perspektive eröffnete, anderen Menschen in ihrer Entwicklung helfen zu können.

In Bremen absolvierte ich eine Ausbildung bei Christa Kalamala und arbeitete im Anschluss daran vor allem in der Erwachsenenbildung. Zusammen mit Jürgen Engel wurde das Training Konfliktmanagement mittels Szenenspiel entwickelt.

Ein Intermezzo in Hamburg als Musiklehrerin an der Oberstufe einer Waldorfschule zeigte mir, dass ich für den Beruf der Lehrerin nicht gut geeignet bin. Der einzelne Mensch steht in meiner Wahrnehmung zu stark im Vordergrund, grosse Gruppen irritieren mich. Die Begegnung mit den Jugendlichen und die berufsbegleitende pädagogische Ausbildung haben viel zu meiner weiteren Entwicklung beigetragen. Manchmal ist es hilfreich, an eine Grenze zu stossen.

Mit einer zweiten Ausbildung in Sprachgestaltung, diesmal mit therapeutischem Schwerpunkt bei Christa Slezak-Schindler in Unterlengenhardt im Nordschwarzwald knüpfte ich wieder an die Medizin an. In der Dorfgemeinschaft Tennental kam ich das erste Mal in Kontakt mit Menschen, die aufgrund ihrer Behinderung besondere Bedürfnisse, aber auch besondere Fähigkeiten haben.

Es folgte ein kurzer Rückzug ins nunmehr geeinte Berlin, ich begann ein Studium der Rehabilitationspädagogik und bestand die Heilpraktikerprüfung. Die Geburt von Sophie gab meinem Leben eine neue Richtung.

Seit 2002 lebe ich mit meiner Familie in der Zentralschweiz und bin hier als selbständige Therapeutin tätig. Ich bin froh und dankbar, dass hier meine Arbeit immer wieder gewollt und geschätzt wird.

Ich bin auch wieder Sängerin: Meine Schwester Sabine und ich bilden das Duo Golasavadin, wir interpretieren traditionelle irische und schottische Lieder und Melodien. Besonders schön ist es, in gälisch zu singen – Töne und Silben, ungestört von alltäglichem Gebrauch.

Und die Astronomie? Ich liebe es, zum Nachthimmel aufzuschauen und im Meer der Sterne die Zusammenhänge der Bilder zu erkennen, wie sie schon vor tausenden von Jahren gesehen wurden.

Gabriele Bucher · 6314 Unterägeri · info@gabrielebucher.ch
Sprachgestalterin und Kunsttherapeutin (Therapieraum in Ebikon, Hausbesuche)